WASSERKRAFT Regional. Ökologisch. Gut.

Häufig gestellt Fragen

Status-Quo und Potentiale der Kleinwasserkraft in Baden-Württemberg

Wir gehen von ca. 16o0 Kleinwasserkraftwerken in Baden-Württemberg aus. Davon werden etwa 650 Anlagen Mitglieder durch unseren Verband respräsentiert (470 Mitglieder).

Mit der Bewärterung, dem Betrieb und der Verwaltung aller ca. 1.600 Wasserkraftwerke und Strom-Mühlen werden etwa 3.000 Arbeitsplätze geschaffen (inkl. der Betreiberfamilien und -gesellschaften).

Fast alle Kleinkraftwerksbetreiber sind in der Rechtsform als selbstständige Unternehmen geführt. Der Großteil unserer Mitglieder kann dem Mittelstand zugerechnet werden. Sie betreiben Wasserkraftwerke, Mühlen, Sägewerke und energieintensive Kleinbetriebe. Zum Teil sind es aber auch eigenstromerzeugende Kommunen.

Im Bereich der Hersteller- und Zuliefererbetriebe sind in Baden-Württemberg ebenfalls viele Arbeitsplätze von der Wasserkraftnutzung abhängig. Jedoch nicht allein von der Wasserkraftnutzung in Baden-Württemberg oder Deutschland, sondern immer mehr von der internationalen Entwicklung.

Zum Betreiben von Kleinwasserkraftanlagen gibt es direkt keinen Lehrberuf. Da aber die meisten Betreiber gleichzeitig ein mittelständisches Unternehmen leiten, sind dort Ausbildungsplätze vorhanden. Die Anzahl ist hier unbekannt. Ebenso gibt es ein Potential bei den Hersteller- und Zuliefererbetrieben.

Der reine Umsatz aus der Stromerzeugung, also aus dem Betrieb der Wasserkraftwerke bis 5 MW Leistung, zur Selbstversorgung oder zur Rücklieferung ins öffentliche Netz, errechnet sich bei einem Mischpreis von ca. 10 Cent/kWh (näherungsweise Mittel im derzeitigen EEG) und einer Jahresarbeit von 1.150 GWh zu 115 Millionen €/Jahr. Der Umsatz der Hersteller- und Zuliefererbetriebe in Baden-Württemberg ist nicht bekannt, wird aber näherungsweise aus der Zahl von etwa 1.600 angenommenen Arbeitsplätzen (Hochrechnung AWK), multipliziert mit einem Umsatz je Arbeitsplatz von 150 T€, auf 240 Millionen € geschätzt.

Der Anteil der Wasserkraft bis 5 MW (nach EEG) liegt in Baden-Württemberg bei etwa 1.115 GWh Jahresarbeit(1). Der gesamte Anteil der Wasserkraft liegt in Baden-Württemberg durchschnittlich bei 4.200 GWh(2).  Die Kleinwasserkraft hat also einen Anteil an der Erzeugung aus Wasserkraft von ca. 26%.

Die Erneuerbaren Energien erzeugten 2018 etwa 17.000 GWh(2). Der Anteil der Wasserkraft beträgt daran 25%, der Anteil der Kleinwasserkraft entsprechend 6,5%.

Der Stromverbrauch in Baden-Württemberg liegt derzeit durchschnittlich bei 63.000 GWh(2). Der Anteil der Wasserkraft am Gesamtverbrauch liegt in Baden-Württemberg also durchschnittlich bei 6,6%.

(1)Mangels neuerer Studien wurde hier auf den Arbeitsbericht von J. Gieseke und G. Förster zurückgegriffen, der im April 1994 von der Akademie für Technikfolgenabschätzung BW veröffentlicht wurde. Inzwischen wurden zwar viele Anlagen aller Größe modernisiert und auch Neuanlagen gebaut, andererseits wurde ein Großteil der Zuwachsenergie durch hohe Mindestwasservorgaben wieder kompensiert.

(2)Aus Die Energiewirtschaft in Baden-Württemberg 2018 – Berechnungsstand 09. März 2021 – Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Nach unserer Auffassung kann das Ziel der Landesregierung zur fundamentalen Steigerung der regenerativen Energien nur erreicht werden, wenn auch die Kleinwasserkraft, welche wir bis zur Leistung von 1 MW definieren, wesentlich stärker in das Konzept eingebunden wird. Es ist inzwischen bei den Umweltverbänden und der Politik anerkannt, dass auch der Klimaschutz neben dem Naturschutz eine wesentliche Rolle zum Artenschutz und Erhalt der Umwelt spielt. Denn der beste Naturschutz nutzt nichts, wenn das Weltklima mittelfristig alles großflächig zerstört. Und zum Klimaschutz kann die Wasserkraft wesentlich beitragen, da deren „Erntefaktor“ und deren Fähigkeit zur Netzstabilisierung alle anderen Erneuerbaren Energieerzeugungen um ein Vielfaches übertrifft.