Die Wiederkehr des atlantischen Lachses
Von Manfred Lüttke und Johannes Prinz

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Atlantischer Lachs

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Atlantischer Lachs 3 
 

Realistische Erfüllung eines Traumes oder nur ein teurer Fischzirkus?

 

Wo lagen die Laichgebiete des legendären Rheinlachses?

Vorwiegend in den Kiesbänken des unkanalisierten kilometerbreiten Oberrheines und im Schotter des Mündungsbereiches der größeren Zuflüsse aus Schwarzwald und Vogesen. Ein geringer Teil der Lachse überwand sogar den Rheinfall, durchschwamm den Bodensee und laichte im Kiesschotter des Alpenrheines und dessen Zuflüssen.

Die ursprünglichen Hauptlaichgebiete lagen im Oberrhein und im Mündungsgebiet verschiedener Mittelgebirgszuflüsse

Die Hauptlaichgebiete lagen im heute durch den Rheinseitenkanal (Elsass) ausgeleiteten Restrhein im alten Rheinmutterbett zwischen Kembs und Breisach. In diesem Bereich des Rheinmutterbettes fließen heute nur noch zwischen 20 und 30 m³ Wasser/sec. Trotz hoher Fließgeschwindigkeit riecht das Wasser des Restrheines an heißen Sommertagen oft nach Abwasser. Auch im Restrhein sieht der Flussuntergrund ähnlich ungünstig wie in den Rheinzuflüssen aus, so dass auch im Bereich der alten Hauptlaichplätze keine Selbstreproduktion des Lachses zu erwarten ist.

So sieht der Oberrhein heute aus. Dort, wo sich früher ein mehrere Kilometer breites Flussbett erstreckte fließt der Rhein jetzt in einem kanalisierten 250 m breiten begradigten Bett. Aufgrund der hohen Strömung und der hieraus ausfließenden Schleppkraft ist der Kiesuntergrund des Flusses ununterbrochen in Bewegung. Kein Kieselstein bleibt auf dem anderen. Der Rhein gräbt sich Jahr um Jahr immer tiefer in sein kanalisiertes Bett ein. Nur dort, wo Staustufen errichtet wurden, kann die Erosion dauerhaft gebremst werden. Ein erfolgreicher Laichakt ist hier nicht mehr möglich. Abgelegter Laich wird durch den ständig wandernden Kies zerdrückt oder frei- und abgeschwemmt.

Bild 1 - Kanalisierter Rhein bei Rastatt wie er sich heute darstellt
Kann hier der Lachs wie früher laichen?

Bild 2 
Das Kiessubstrat ist auch im kanalisierten Rhein noch da. Es ist sogar locker und offen.


Es ist so locker,
dass es ununterbrochen rheinabwärts rollt. Damit die Flusssohle nicht immer tiefer absinkt , werden Jahr für Jahr Abertausende Tonnen Kies ins Flussbett nachgekippt. Aber auch der nachgeschüttete Kies rollt ab.

Der Lachs hat hier keine Chance mehr erfolgreich zu laichen, da dieser Laich weggeschwemmt, erdrückt oder abgetrieben wird.

Warum ist das so?

Früher war der Rhein kilometerbreit. Nach jedem Hochwasser suchte sich der Fluss ein neues Bett. Das Substrat war nicht ununterbrochen in Bewegung, so dass abgelegte Lachseier auch erbrütet werden konnten.

 

Bild 3 
So sieht ein naturbelassenes, unberührtes Flussbett aus (Tagliamento, Venezien)


Bei Normal- und Mittelwasser wird das bis zu 1 km breite Flussbett von vielen Wasserrinnen
durchzogen.

Wenn am Oberrhein wieder Lachse laichen sollen dann müsste das Flussbett so oder ähnlich breit wie in Urzeit wieder ausgeweitet werden.

Wollte man den Oberrhein auf diese Weise renaturieren dann müssten unzählige Dörfer und Städte beiderseits seiner Ufer, die in Jahrhunderten gewachsen sind, ausgelöscht und die Menschen eliminiert werden. Auch die Schifffahrt müsste eingestellt werden.

 

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