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Realistische Erfüllung eines
Traumes oder nur ein teurer Fischzirkus? |
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Wo lagen die
Laichgebiete des legendären Rheinlachses?
Vorwiegend in den Kiesbänken des unkanalisierten
kilometerbreiten Oberrheines und im Schotter des Mündungsbereiches der
größeren Zuflüsse aus Schwarzwald und Vogesen. Ein geringer Teil der
Lachse überwand sogar den Rheinfall, durchschwamm den Bodensee und
laichte im Kiesschotter des Alpenrheines und dessen Zuflüssen.
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Die ursprünglichen
Hauptlaichgebiete lagen im Oberrhein und im Mündungsgebiet
verschiedener Mittelgebirgszuflüsse
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| Die
Hauptlaichgebiete
lagen im heute durch
den Rheinseitenkanal
(Elsass) ausgeleiteten
Restrhein im alten
Rheinmutterbett
zwischen Kembs und
Breisach. In diesem
Bereich des Rheinmutterbettes fließen
heute nur noch zwischen
20 und 30 m³ Wasser/sec.
Trotz hoher Fließgeschwindigkeit riecht das
Wasser
des Restrheines
an
heißen Sommertagen
oft
nach Abwasser. Auch
im
Restrhein sieht der
Flussuntergrund
ähnlich
ungünstig
wie in den
Rheinzuflüssen
aus, so dass
auch im Bereich der
alten
Hauptlaichplätze
keine Selbstreproduktion
des Lachses zu erwarten
ist.
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So sieht der
Oberrhein heute aus. Dort, wo sich früher ein mehrere Kilometer breites
Flussbett erstreckte
fließt der Rhein jetzt in einem kanalisierten 250 m breiten begradigten
Bett. Aufgrund der hohen Strömung und der hieraus ausfließenden
Schleppkraft ist der Kiesuntergrund des Flusses ununterbrochen in
Bewegung. Kein Kieselstein bleibt auf dem anderen. Der Rhein gräbt sich
Jahr um Jahr immer tiefer in sein kanalisiertes Bett ein. Nur dort, wo
Staustufen errichtet wurden, kann die Erosion dauerhaft gebremst werden. Ein
erfolgreicher Laichakt ist hier nicht mehr möglich. Abgelegter Laich wird
durch den ständig wandernden Kies zerdrückt
oder frei- und abgeschwemmt.
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Bild 1 -
Kanalisierter Rhein bei Rastatt wie er sich heute darstellt
Kann
hier der Lachs wie früher laichen? |
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Bild
2
Das Kiessubstrat ist auch im kanalisierten Rhein noch da.
Es
ist sogar locker und offen.
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Es ist so locker,
dass es ununterbrochen rheinabwärts rollt. Damit die
Flusssohle nicht immer tiefer absinkt , werden Jahr für Jahr
Abertausende Tonnen Kies ins Flussbett nachgekippt. Aber auch
der nachgeschüttete Kies rollt ab.
Der Lachs hat hier keine Chance mehr
erfolgreich zu laichen, da dieser Laich weggeschwemmt, erdrückt
oder abgetrieben wird.
Warum ist das so?
Früher war der Rhein kilometerbreit. Nach
jedem Hochwasser suchte sich der Fluss ein neues Bett.
Das Substrat war nicht
ununterbrochen in Bewegung, so dass abgelegte Lachseier auch
erbrütet werden
konnten.
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Bild
3
So sieht ein naturbelassenes, unberührtes Flussbett aus
(Tagliamento, Venezien)
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Bei Normal- und Mittelwasser wird das bis zu 1 km breite Flussbett
von vielen Wasserrinnen durchzogen.
Wenn am Oberrhein wieder Lachse laichen
sollen dann müsste das Flussbett so oder ähnlich
breit wie in Urzeit wieder
ausgeweitet werden.
Wollte man den Oberrhein auf diese Weise
renaturieren dann müssten unzählige Dörfer und Städte
beiderseits seiner Ufer, die in Jahrhunderten gewachsen sind,
ausgelöscht und die Menschen eliminiert werden. Auch
die Schifffahrt müsste eingestellt werden.
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