Wasserkraftstammtisch am 22.09.2012 in Voehrenbach mit Besichtigung der Linachtalsperre

Wasserkraftstammtisch am 22.09.2012 in Vöhrenbach/Linachtalsperre

Zum diesjährigen Herbst-Wasserkraftstammtsich konnte der Vorsitzende Elmar Reitter knapp 40 Teilnehmer begrüßen, welche sich gegen 16 Uhr am Kraftwerk der Linachtalsperre eingefunden hatten.

Herr Strumberger, Bürgermeister der Stadt Vöhrenbach, übernahm als „Freund der Wasserkraft“ die Einführung zur Kraftwerks- und Talsperrengeschichte. Herr Hummel führte die interessierten Wasserkraftler durch das Kraftwerksgebäude und die Mauerkrone an der Linachtalsperre und erläuterte die Reaktivierung des Kraftwerks und Sanierung der Talsperre nach 2000.

Im Jahr 1921 beschloss die Gemeinde Vöhrenbach den Bau der Talsperre, um so von den großen regionalen Energieproduzenten unabhängig zu werden. Die immensen Kosten, die einsetzende Hyperinflation etc., brachten das Projekt jedoch bald an den Rand des finanziellen Abgrunds. Das Scheitern konnte nur durch städtisches Notgeld, den Verkauf von Holzaktien und verstärkte Abholzung des Stadtwaldes mit Mühe abgewendet werden. Es blieben der Stadtgemeinde schwere finanzielle, lang wirkende Lasten. Dennoch war die Talsperre ab 1925 voll funktionsfähig und arbeitete bis 1969. Damals beschloss man, die renovierungsbedürftige Mauer aus Kostengründen dem geregelten Verfall zu überlassen. Zur Reaktivierung der mittlerweile als baugeschichtlich einzigartig erkannten Talsperre für die Produktion umweltfreundlichen Stromes und zur Wiederherstellung des Stausees als Naherholungsgebiet, erstellte die Stadt unter Bürgermeister Strumberger im Einvernehmen mit dem Gemeinderat ein umfassendes Sanierungskonzept, das mit Unterstützung öffentlicher und privater Stellen von 2006 bis 2007 verwirklicht wurde. Die Gesamtkosten der Sanierung beliefen sich letztendlich auf € 7,1 Mio., von denen ein nicht unerheblicher Anteil von der Stadtgemeinde aufgebracht werden muss. Stadt und Förderverein Linachtalsperre sind daher für Spenden immer dankbar. Heute, nach vollendeter Wiederherstellung der Staumauer und bei aufgestautem See, kann die Mauerkrone des Bauwerks wieder begangen werden, ebenso wie der vom Kraftwerksgebäude um den See führende Wasserkraftlehrpfad, wo Informationstafeln Interessantes zu diesem seltenen technischen Bauwerk erklären. (Quelle: www.voehrenbach.de).
Das Kraftwerk wird heute als Ausleitungskraftwerk vom Förderverein Linachtalsperre betrieben.

Die Teilnehmer trafen sich anschließend im Landgasthof Friedrichshöhe zum Stammtisch. Hier informierten zwei Referenten über aktuelle Themen. Im ersten Referat ging Elmar Reitter auf das EEG 2012 und seine Besonderheiten ein. Er gab dazu praktische Hinweise, wie die Wasserkraftanlagen an das neue EEG herangeführt werden. Herr Dr. Maier, Gewässerökologe aus Maselheim, referierte im zweiten Vortrag über das erforderliche Zusammenspiel zwischen Gewässerökologie und Wasserkraft und die gesetzlichen Vorgaben nach Wasserrahmenrichtlinie und Wasserhaushaltsgesetz.

Eine lebhafte Fragerunde mit Diskussion schloss sich jeweils an die Referate an.

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