Wasserkraft auf Linie der Landesregierung

"Der Anteil der erneuerbaren Energien im Land soll bis im Jahr 2010 verdoppelt werden"

Peter Fuhrmann
Ministerialdirigent
Umweltministerium Baden-Württemberg

Zur Forderung von Ministerialdirigent Peter Fuhrmann gibt die Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg AWK folgende PRESSEERKLÄRUNG ab:

"Der Anteil der erneuerbaren Energien im Land soll bis im Jahr 2010 verdoppelt werden." Diese Forderung von Ministerialdirigent Peter Furhmann vom Umweltministerium Baden-Württemberg klingt anspruchsvoll. Das Ermutigende daran: Sie liegt voll auf der Linie, die kleine und mittelständische Wasserkraftwerks-Betreiber im Südwesten seit Jahren vertreten.

5 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Genug für den privaten Jahresbedarf von gut drei Millionen Menschen. So viel Elektrizität liefern Wasserkraftanlagen in Baden-Württemberg. Es könnte doppelt so viel Strom sein. 10 Milliarden Kilowattstunden. Durch Sanierung, Optimierung und Neubau von Wassertriebwerken.

Diese Einschätzung vertritt die "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg e.V." (AWK) seit Jahren. Die AWK kommt zu solchen Ergebnissen sowohl aufgrund von Informationen ihrer gut 700 Mitglieder als auch aufgrund mehrerer Studien. Damit liegt die AWK ganz auf der Linie, die Ministerialdirigent Peter Fuhrmann jetzt öffentlich vertrat: Verdoppelung des Anteils der erneuerbaren Energien im Land. Voraussetzung dafür: Viele Genehmigungen durch die Behörden. Anders als bisher.

Doppelt so viel Strom aus Wasserkraft in Baden-Württemberg wie heute. Genug Elektrizität für mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Land. Solch beeindruckende Zahlen nennt die "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke" aufgrund von Veröffentlichungen der Landesregierung selbst. Vor genau 20 Jahren, im November 1987, gab die Universität Stuttgart unter Professor Voß nämlich ihre "Perspektiven der Energieversorgung" heraus. Auftraggeberin: Lothar Späths Landesregierung.

Arbeiten heute in Baden-Württemberg rund 1.600 Wassertriebwerke, so forderten die Fachleute um Professor Voß 1987 die "volle Ausschöpfung der bestehenden 3.134 Wasserrechte". Mehr noch: Die Wissenschaftler empfahlen "einen Neuzugang von 940 Wasserrechten". Kurz: Mehr als eine Verdoppelung der bestehenden 1.600 Wasserkraftanlagen im Land. Darunter 940 komplett neue. Umgerechnet: 27 ganz neue Anlagen in jedem der 35 Landkreise Baden-Württembergs.

Die "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg e.V." (AWK) hat die Landesregierung immer wieder auf ihre eigene Forderung von 1987 aufmerksam gemacht. So ermutigte die AWK den Nachfolger Lothar Späths, "Teufels tausend  tüchtige Triebwerke" endlich zu genehmigen. Bisher erfolglos. Auch der Hinweis auf weitere Potenzial-Abschätzungen - etwa aus der Fachindustrie -  blieb bei der Stuttgarter Regierung unbeantwortet. Mancher Antragsteller auf Genehmigung wartet schon über 20 Jahre auf die Amtsstempel - erfolglos, obwohl der Petitionsausschuss des Landtags dies befürwortet hatte.

In der neuen Verdoppelungs-Forderung von Peter Fuhrmann (Umweltministerium Stuttgart) sehen die Wasserkraftler dagegen eine große Chance. Wenn Landespolitik ernst meine, was sie sage, dann habe sie in der mittelständischen Wasserkraft eine starke Verbündete. Rückendeckung von Mühlen, kleinen und mittelständischen Sägewerken, örtlichen reinen Stromversorgungs-Kraftwerken.

Bringt eine Kilowattstunde Strom aus Wasserkraft bei ihrer Herstellung doch nicht nur 0 Gramm des Klimagases Kohlendioxid (C0 2) in die Luft und gibt weder Schwefel, Stickstoff oder Stäube an die Umgebung ab, sondern ist nicht minder beliebt bei der Bevölkerung. Bewährt und beliebt. Dies, so die AWK, belegten Umfragen. Jetzt habe sich sogar ein Bürgerentscheid im Schwarzwald für die Genehmigung eines Wassertriebwerks ausgesprochen.

Die Wieder-Erweckung der Wasserkraft im Land insgesamt würde eine tüchtige Tradition beleben. Stellte die treibende Energie des tosenden Nass selbst noch 1895 mit 47% den größten Einzel-Anteil der Kraftquellen für Gewerbe und Industrie im Königreich Württemberg dar (so die IHK Ulm).

Auch ökologisch gelte Wasserkraft heute als vertretbar. So das Ergebnis einer Studie der "Deutschen Umwelthilfe" von 2006.

Daher fordert die kleinbetrieblich-mittelständische "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg e.V." jetzt nochmals:

Genehmigungen, Genehmigungen und nochmals Genehmigungen für Wasserkraftanlagen.

Klima- und Umweltexperte Ernst Ulrich von Weizsäcker (früher Bundestagsabgeordneter aus Stuttgart) brachte es schon 1998 auf den Punkt, als er meinte, die Wasserkraft könne "wieder verstärkt genutzt" werden. Weizsäckers Vorhersage: "Da gibt es wieder viel zu tun."

Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg eV
Pressesprecher im Vorstand:
Julian Aicher
Rotismühle
Rotis 5/2
88299 Leutkirch

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