Tüchtige Tradition

CDU-Abgeordnete informieren sich über mittelständische Wasserkraftnutzung in Rechtenstein

Rechtenstein, 29.08.03. Trotz lange anhaltender Trockenheit sind die Donaukraftwerke des mittelständischen Kleinkraftwerkbetreibers Elmar Reitter in Rechtenstein und Alfredstal bei Obermarchtal (Baden-Württemberg, Alb-Donau-Kreis) noch mit halber Kraft in Betrieb. Begünstigt durch die Karstspeicher der Schwäbischen Alb fließt hier noch genügend Wasser, um die Haushalte von Rechtenstein und Obermarchtal mit elektrischer Energie zu versorgen. Gleichwohl registriert auch Reitter eine deutliche Mindererzeugung gegenüber einem Regeljahr, was sich landesweit bei allen Kleinkraftwerken mit einer Einbuße von ca. 25% oder 11 Millionen € auswirken kann.

Elmar Reitter, der ehrenamtlich auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke in Baden-Württemberg ist, informierte die CDU-Abgeordneten Karl Traub MdL aus Hausen am Bussen und Heinz Seiffert MdB aus Ehingen/Donau über diese umweltfreundliche und nachhaltige Art der Energieversorgung. Dabei kamen neben der Technik zur Stromerzeugung und der Gewässerökologie, die am Wehr in Obermarchtal optimal gewährleistet ist, vor allem die politischen Rahmenbedingungen zur Sprache.

In Baden-Württemberg könnte die Energieerzeugung aus Wasserkraft glatt verdoppelt werden, legt Reitter dar. Dabei könnte neben der großen Wasserkraft gerade auch die kleine Wasserkraft einen erheblichen Anteil leisten, wenn administrative Hemmnisse abgebaut und somit Wasserkraftanlagen wieder genehmigungsfähig wären. Reitter beklagt, dass bei Behördenabwägungen die Vorteile zum Klimaschutz oft nicht genügend berücksichtigt, und damit viele Genehmigungsanträge abgelehnt würden. Wenn man die Klimaschutzziele der EU und der Bundesrepublik Deutschland aber erreichen wolle, ginge das nur mit dem Ausbau der umweltfreundlichen Wasserkraft. Dazu regt Reitter an, die Hemmnisse über eine entsprechende Gesetzgebung zu entschärfen. Entsprechende Vorschläge zum Abbau der Hemmnisse hat der Verband bereits vorgelegt.

Außerdem kritisiert Elmar Reitter den Referentenentwurf des Umweltministeriums zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), und legt schwere Missstände zulasten der kleinen Wasserkraft offen. Dieser Änderungsentwurf sei auch nach Expertenmeinung verfassungswidrig. Er diskriminiere die kleine Wasserkraft und verstoße damit gegen die EU-Verfassung und gegen das Grundgesetz. Hier müsse die Politik noch massive Änderungen einbringen, um die wasserkraftfeindlichen Bereiche zu verhindern. Sonst würde die Entwicklungsmöglichkeit der Wasserkraftnutzung total eingeschränkt, und das Klimaschutzziel zur Reduzierung der Luftschadstoffe durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien sei damit niemals zu erreichen.

Elmar Reitter (Vorsitzender AWK-BW)
Julian Aicher (Pressesprecher AWK-BW)

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