|
Es scheint nicht so arg weit her zu sein bei den Anglerverbänden mit dem Natur- und Artenschutz, vom Tierschutz ganz zu schweigen.
Wenn tatsächlich Fischarten bedroht sind, dann haben Tier-
und Artenschützer an allererster Stelle die vornehme Pflicht, auf den Fang der betreffenden
Tier- oder Fischarten zu verzichten.
Von solchen freiwilligen Fangverzichtserklärungen hört man aber bei den Anglerverbänden nur selten. In erster Linie scheint es doch immer nur darum zu gehen, von der jeweiligen Fischart möglichst viele Fische fangen zu können, einmal um den Kochtopf zu füllen, zum anderen aber auch um die
Pacht- und Besatzkosten wieder herauszuholen.
Man hört auch nur selten davon, dass Anglervereine auf eigene Kosten Quell- und Wiesengräben als Laichgebiete wieder öffnen und renaturieren, in der Regel ruft man nach dem Staat, beschuldigt die Wasserkraft und konzentriert sich darauf, möglichst viele Fische zu fangen.
Eventuell einmal im Jahr durchgeführte Entrümpelungsmaßnahmen der Ufer sind zu wenig um sich hierfür das Prädikat
Natur-, Arten- und Tierschützer zuerkennen zu lassen.
Ein erster Schritt zur Besserung in die richtige Richtung wäre es, wenn die Funktionäre der Anglerverbände deren Mitgliedern empfehlen würden, sich so zu verhalten, wie dies ein Herr Hubert Häring aus Fürstenfeldbruck in einem Leserbrief an Fisch und Fang in 4/2001 unter der Überschrift
"Tote Fische beißen nicht" vorschlägt,
Zurecht stellt Herr Häring fest:
Keiner von uns dürfte es noch nötig haben, sich von den gefangenen Fischen ernähren zu müssen. Ich bin mir sicher, dass auch das Zurücksetzen maßiger oder sogar kapitaler Fische einen Sinn hat, nämlich den Bestand an
Groß- und Laichfischen zu erhalten.
Beschränkung beim Fischfang und dies besonders bei bedrohten Arten, das wäre echter
Natur- und Artenschutz, da beispielsweise gerade kapitale Laichforelle den besten Grundstock für eine natürliche Vermehrung bieten.
Kapitale Fische aber, so klagte kürzlich der Fischereireferent eines Regierungspräsidiums, der nicht genannt werden will, gibt es in den Vereinsgewässern aufgrund des rigorosen Fangdruckes nur noch selten oder gar nicht mehr, der massive Besatz mit kapitalen oder fangreifen Zuchtfischen macht die Situation nicht besser, sondern eher schlechter.
Solange hier alles beim alten bleibt, fehlt der organisierten Sport- und Angelfischerei mehrheitlich die Legitimation, die Prädikate des
Natur-, Arten und Tierschutzes für sich in Anspruch zu nehmen.
|