Zwei bis drei Atommeiler in Deutschland durch Wasserkraft zu ersetzen

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Zwei bis drei Atommeiler durch Wasserkraft zu ersetzen

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Pressemitteilung der "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg e.V." 
zum "Tag der Mühle" am 9. Juni 2003

  Die Strommenge von zwei bis drei Atommeilern könnte Wasserkraft in Deutschland zusätzlich gewinnen. Dies teilte die "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg" zum "Tag der Mühle" (Pfingstmontag, 9. Juni 2003) jetzt mit. Der Verband von rund 800 mittelständischen, privaten und gemeindeeigenen Wasserkraftwerken im Südwesten beruft sich bei seiner Erhebung auf wissenschaftliche Studien. Auch die Fachindustrie bestätigte das. Aufträge für zig Millionen Euro würden bisher behindert. Den Ausbau der Wasserkraft blockiere einstweilen eine atomfreundliche Bürokratie.

15 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr. Genug für den Privatbedarf von rund 10 Millionen Menschen. Also so viel, wie die Bevölkerung Baden-Württembergs. Diese Strommenge könnten weitere Wasserkraftanlagen und die Optimierung schon bestehender Triebwerke in Deutschland liefern. Die "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg" beruft sich bei solchen Berechnungen nicht nur auf wissenschaftliche Studien, sondern auf geschichtliche Fakten. Weitgehend amtlich vermerkt, drehten sich um 1900 in Deutschland 70.000 bis 100.000 Wasserkraftanlagen. Heute sind es noch circa 8.000. Also ein Zehntel. Sie produzieren pro Jahr etwa 25 Milliarden Kilowattstunden Strom. 15 Milliarden Kilowattstunden mehr könnten es sein.

Warum wirkt Wasserkraft aber noch so wenig? Warum wird Wasserkraft als Stromquelle, die über 80% der Deutschen als "Wunschenergie" würdigen, so abgewürgt? Die Verantwortung dafür weist die "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg" vor allem blockierenden Behörden zu. Oft bremsten solche Beamte im Gleichklang mit Atomstrom-Konzernen. Mancher Politiker verfüge sogar über Aufsichtsratsposten bei den "Atompaten" und einige Landkreise besäßen Anteile an Atomgiganten. Unter dem Deckmantel des Naturschutzes werde auf diesem Weg bewährte und klimafreundliche Energieversorgung aus Wasserkraft behindert. Hermann Scheer, Präsident von "Eurosolar" und Träger des "Alternativen Nobelpreises", geißelte manche der Behörden-Begründungen zur Ablehnung von Wasserkraft als "mehr denn kafkaesk". Energie- und Klimaexperte Ernst Ulrich von Weizsäcker zeigt sich derweil optimistisch: "Da gibt es wieder viel zu tun."

Julian Aicher, Pressesprecher AWK Baden-Württemberg

 

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